2. Handball-Bundesliga

Die Wiesel des TSV Bayer Dormagen

Eklat im Sportcenter – TSV erhält nach Niederlage gegen Rostock Protest nicht aufrecht!

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Niederlage nach Eklat im TSV Bayer Sportcenter: Schiedsrichter Florian Gerhard und Tobias Küsters erkennen Ausgleichstor gegen HC Empor Rostock nicht an!
Marijan Basic (4/1) versucht Kreisläufer Alexander Kübler (7) anzuspielen.

Dieses Spiel wird so schnell niemand vergessen! Auch die beiden gänzlich überforderten Schiedsrichter Florian Gerhard und Tobias Küsters nicht, denn die hatten einen nicht unerheblichen Anteil am Ausgang der Partie. Vor 1456 Zuschauern mussten die Unparteiischen von Ordnern geschützt zu ihrer Kabine begleitet werden! Beide hatten in dem höchst brisanten Spiel um den Ligaverbleib kein glückliches Händchen und schon gar kein Fingerspitzengefühl. Man mochte manch eine Entscheidung gar nicht glauben, den Zuschauern und der TSV-Bank sträubten sich teilweise die Haare, sofern sie noch welche hatten...

Guter Start für die Bohrmänner

Sven Bartmann

Der TSV musste am Samstag nicht nur auf Max Jäger, Peter Strosack und Frederic Rudloff verzichten, sondern auch auf den Shooter Maximilian Bettin, den eine Einblutung im Knie zur Zwangspause verdonnerte. Doch die Dormagener gingen entsprechend gut vorbereitet in die Partie gegen den HC Empor Rostock, der auch für eine mitunter rabiate Spielweise bekannt ist. Es war eigentlich ein guter Start für die Bohrmänner, Alexander Kübler (7) „schoss“ die beiden ersten Tore, dazwischen entschärfte ein glänzend aufgelegter Sven Bartmann (14/1 Paraden) einen Strafstoß von Rene Gruszka (3). In der 10. Minute übernahm Rostock über 2:3 bis zum 4:5 (16. Min.) kurzzeitig die Führung, doch die Gastgeber blieben dran und Sebastian Damm (3) traf mit seinem zweiten Tor zum 6:5 (18. Min.). Der TSV spielte diszipliniert wie auch konzentriert und ließ sich auch nicht durch mehrfach abgepfiffenen Vorteil oder wiederholt arg ausgereiztes Zeitspiel der Gäste aus der Ruhe bringen. Robin Doetsch, erneut zweitstärkster Schütze mit fünf Toren hinter Alexander Kübler, traf zur ersten Drei-Tore-Führung 9:6 (22. Min.). Sechs Minuten später passte Jó Gerrit Genz (3) zu Marijan Basic (4/1), der zum 10:7 und wenig später mit seinem dritten Tor zum Halbzeitstand 11:8 traf.

Dramatik pur bis zum Eklat

Robin Doetsch

Direkt nach dem Wiederanpfiff netzte Marijan Basic zum 12:8 ein, Nejc Poklar (2/2) verwandelte sicher einen Strafwurf zum 13:8 und Gerrit Genz traf per Tempogegenstoß zum 14:8 (35. Min.) Dann wurde es hektisch und unübersichtlich. Der nächste Siebenmeter für die Hausherren fand nicht den Weg ins Tor, 12 Sekunden später erhielt der Rostocker Roman Becvar die Rote Karte wegen eines Fouls an Marijan Basic. Kurz darauf wurde Genz hinausgestellt und der aufgebrachte Jörg Bohrmann verwarnt. Ebenso zwei Minuten erhielt Dennis Marquardt in der 38. Minute. Der TSV-Coach nahm zwei Minuten später eine Auszeit, um seinen Jungs Mut zuzusprechen, es stand 15:12. Inzwischen hatte Empor-Trainer Aaron Ziercke seine Deckung auf 5:1 umgestellt. Dann ging es in die spielentscheidende Phase. In der 42., 43. und 44. Minute bekam Empor jeweils einen Siebenmeter zugesprochen (17:15), wobei der letzte auch noch eine Zeitstrafe für Basti Damm nach sich zog. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt: Zwei Tore wurden dem TSV wegen angeblicher Stürmerfouls nicht gegeben, das Zeitspiel der Gäste wurde zur reinen Provokation, beim Gastgeber ging der Arm bereits nach wenigen Sekunden hoch. Doch die Schützlinge von Jörg Bohrmann gaben nicht auf, kämpften wie die Löwen. Bis Alexander Kübler beim Stande von 20:18 eine umstrittene Zeitstrafe in der 49. Minute erhielt. Unsicherheit hatte sich bei den jungen Spielern des TSV breit gemacht, daraus resultierten Fehler. Die „Fallsucht“ der Rostocker, die jetzt Lunte auf Zählbares rochen, steigerte sich eklatant in den letzten 10 Minuten – und sie hatten Erfolg mit der Zeitschinderei. Die aufgebrachten Zuschauer hielt nichts mehr auf ihren Sitzen. Wieder bekam der HC Empor zwei Strafstöße zugesprochen – in der 53. und 54. Minute, es stand 21:22, die erste Führung der Gäste seit der 16. Minute. Eine Minute vor Spielende machte Gerrit Genz mit seinem Tor aus einem 23:26 ein 24:26 und in der 60. Minute schaffte Robin Doetsch gar das 25:26! Nun spielten sich tumultartige Szenen in der Halle ab, die bis zum Eklat führten. Bei der Zeitstrafe wegen Stürmerfouls gegen Hövels kurz vor Abpfiff zögerte dieser seinen Gang zur Bank in die Länge. Doch die beiden Unparteiischen hielten die Zeit nicht an – es wären noch 12 Sekunden und nicht zwei zu spielen gewesen. In einem Gewaltwurf passte Jonny Eisenkrätzer das Spielgerät auf Alexander Kübler und der traf prompt zum vermeintlichen Ausgleich 26:26 – das dachten die jubelnden Zuschauer und auch die Mannschaft zunächst. Die Schiedsrichter jedoch sahen das Spiel bereits als beendet an... Entsetzen, Wut, Unverständnis und riesengroße Enttäuschung lähmten die gesamte Mannschaft und die Zuschauer. Vereinzelt liefen gar ein paar Tränen, deren man sich absolut nicht zu schämen brauchte.

Ein Sieg, worauf der HC Empor Rostock nicht unbedingt stolz sein braucht.

TSV hält Protest gegen die Wertung des Spiels nicht aufrecht.

Schiedsrichter Florian Gerhard und Tobias Küsters

Der TSV hatte vorsorglich Protest gegen die Wertung des Spiels eingelegt. 48 Stunden hatten die Verantwortlichen Zeit, um den Protest genau zu prüfen. Inzwischen hat der TSV Bayer Dormagen bekannt gegeben, dass man wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg den Protest nicht aufrecht erhält.

Wiesel-TV mit Sebastian Damm

Sebastian Damm

Direkt nach dem Spiel hat Sebastian Damm Fragen zum Spiel von Pressesprecher Detlev Zenk beantwortet. Jeder sollte sich das Wiesel-TV anschauen, dann weiß man auch, wie sich die Mannschaft fühlt...

Drei Wochen Spielpause werden sicher dafür sorgen, dass sich alle Gemüter wieder beruhigen – auch unsere. Nun kann das Team sich regenerieren und die „Wunden lecken“. Wir hoffen, dass sich von unseren Spielern niemand eine ernsthafte Verletzung bei der Partie zugezogen hat.

Statistik:

TSV Bayer Dormagen - HC Empor Rostock 25:26 (11:8)

Dormagen: Bartmann, Kurth; Genz (3), Plaz, Eisenkrätzer, Poklar (2/2), Doetsch (5), Kübler (7), Damm (3), Noll, Hüter, Marquardt (1), Arnaud, Basic (4/1).

Rostock: Kominek, Porath; Becvar (1), Meuser, Hövels, Dethloff (1), Barten, Gruszka (3), Flödl (1), Wetzel (6/5), Sadewasser, Papadopoulos (6), Hruscak (8), Zemlin.

Schiedsrichter: Gerhard / Küsters.
Zuschauer: 1456.
Zeitstrafen: 12:12 Minuten (Rote Karte gegen Becvar, 36.).
Siebenmeter: 3/5:5/6 (Bartmann hält gegen Gruszka - Basic scheitert an Kominek, Poklar wirft an den Pfosten.)
Spielfilm: 3:3 (10.), 5:5 (17.), 7:5 (20.), 9:6 (22.), 11:8 - 14:8 (35.), 15:13 (42.), 17:14, 17:17 (46.), 20:18 (48.), 21:20 (51.), 21:23 (55.), 22:25 (57.), 23:26, 25:26.

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