2. Handball-Bundesliga

Die Wiesel des TSV Bayer Dormagen

HG Saarlouis kauft TSV Bayer Dormagen letzten Schneid ab

Uhr,  

Ian Hüter und Patrick Hüter
Ian Hüter mit seinem großen Bruder Patrick Hüter.

Gestern gab es keine heiß ersehnte Humba im Dormagener Sportcenter, es herrschten Rat- und Hilflosigkeit angesichts der erneuten Niederlage des Bohrmann-Teams. Die HG Saarlouis hatte dem TSV Bayer Dormagen vor 1471 Zuschauern mit 31:25 auch den letzten Schneid abgekauft. Des einen Freud‘ ist des anderen Leid, so machten die niedergeschlagenen Bohrmann-Schützlinge ihre Dankesrunde für die Fans mit hängenden Schultern durch die Halle. Auch die Zuschauer sind Leid-erprobt, dennoch applaudierten die Fans den Spielern, wohlwissend, dass alle ihr Bestes gegeben und gekämpft hatten.

Wenig Material für den Trainer

Maximilian-Leon Bettin

Auf Mikk Pinnonen (zum isländischen Verein Afturelding Mosfellsbær) und Marijan Basic (TuS Ferndorf) verzichtete der Verein während der laufenden Saison, und Peter Strosack ließ man im Dezember gen 1. DKB-Handball-Bundesliga nach Leipzig ziehen. Gestern lief der TSV mit einer „Rumpftruppe“ auf, angefüllt durch die A-Jugendlichen Ian Hüter, Jan Hüfken und Lukas Stutzke sowie Erik Hampel aus der 2. Mannschaft. Es fehlten die Verletzten Dennis Marquardt, Pascal Noll, Kevin-Christopher Brüren und Sergio Muggli, wobei die beiden letzteren als Verstärkung des Teams an den Höhenberg geholt wurden, ebenso wie Björn Marquardt (Borussia Mönchengladbach) und Alexander Feld (HSV Hamburg). Großes Pech, dass Muggli noch eine kurze Zeit fehlt und Brüren (bis Ende der Saison) verletzt ausfällt. So musste Jörg Bohrmann, und das ja nicht zum ersten Mal, auf die A-Jugend zurückgreifen. Die jedoch hatten heute ein wichtiges Spiel um den Einzug ins DM-Viertelfinale gegen die JSG Mesungen/Körle/Gruxhagen vor der Brust, so dass Bohrmann nicht auf alle Spieler zurückgreifen konnte. Aus diesen ständig wechselnden Möglichkeiten ein gut funktionierendes Team zu bilden, bei dem die Abläufe und Absprachen sitzen und eingehalten werden, bei dem der sichere Blick für den Nebenmann da ist, das grenzt schon an Zauberei. Und auch ein Trainer ist nur ein Mensch.

Bis zur 38. Minute & dem 18:18 lief es

Jó Gerrit Genz

Das erste Tor der Partie zum 1:0 markierte Sebastian Damm direkt zu Beginn. Sechs Minuten später traf Alexander Kübler (4) zur einzigen Führung des TSV zum 3:2. Fortan legte Saarlouis vor, der TSV glich aus. Nach dem Ausgleich zum 9:9 durch Maximilian-Leon Bettin (11/3) legten die Männer von Heine Jensen einen 3:0-Lauf vor, erst fünf lange Minuten später gelang dem Gastgeber durch Jó Gerrit Genz (3) der Anschluss zum 10:12. Zur Halbzeit trennten sich die Kontrahenten mit einem 13:15. Der TSV kämpfte auch in der zweiten Spielhälfte unermüdlich und kam in der 38. Minute durch Max Bettin wieder zum Ausgleich, es stand 18:18. Doch was passierte dann? Saarlouis zog mit einem 6:0-Lauf davon, der TSV hatte eine 8-Minuten-Flaute, in der alles schief ging was schief laufen konnte. Wieder war es Gerrit Genz, der als erster nach der Schockstarre in der 46. Minute zum 19:24 traf. Doch es lief nicht mehr rund, näher als auf vier Tore, 23:27, kamen die Bohrmänner nicht mehr an die Gäste heran. Saarlouis hatte mit Yann Polydore (7) und Jerome Müller (9/1) zwei Torschützen, die der TSV nicht in den Griff bekam und in Patrick Schulz klar den besseren Torhüter. Das so immens wichtige 4-Punkte-Spiel endete 25:31.

Was nun TSV?

Jörg Bohrmann

Das ist eine gute Frage, jedoch eine Antwort bleibt schuldig. Die Mannschaft kann nicht mehr als arbeiten, alles geben und kämpfen. Schließlich will sich ja auch jeder einzelne weiter empfehlen, denn von der Leistung hängt alles ab. Der Trainer kann nicht mehr als zu versuchen seine Spieler zu erreichen, sie zu motivieren und auf das nächste Spiel einzustimmen. Die Fans werden die Jungs weiterhin unterstützen, wir hoffen, dass dies auch so geschieht. Die Sponsoren stehen hinter dem Team, das haben Christoph Buchbender (Rheinland Versicherung) und Tim Schmies (VM Vermögens-Management GmbH) gestern Abend im Interview mit Detlev Zenk bestätigt, Christoph Buchbender mit den Worten: „Das machen wir in guten und in schlechten Zeiten.“ Ein sehr schönes Zeichen! Was können oder sollten die weiteren Verantwortlichen tun? Auch darauf haben wir keine Antwort.

Fazit

Die A-Jugend des TSV Bayer Dormagen.

Was bleibt, ist der Glaube an die Mannschaft, die (bedingungslose) weitere Unterstützung für das Team vom gesamten Umfeld. Das sind die Sponsoren, die Fans, der Trainerstab und die Verantwortlichen. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. 14 Partien stehen noch aus. Lasst uns mit den Jungs um jeden Punkt kämpfen. Wie Bertolt Brecht sagte: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Übrigens gewann die A-Jugend ihr heutiges Spiel in Melsungen mit 34:27! Herzlichen Glückwunsch, Jungs!

Das nächste Heimspiel steht am 12.03.2016 um 19 Uhr an. Zu Gast im Sportcenter sind die DJK Rimpar Wölfe. Auswärts muss der TSV am kommenden Samstag, 05.03.2016 um 18 Uhr gegen die HF Springe antreten.

Wir sehen uns im Sportcenter!

Statistik:

TSV Bayer Dormagen – HG Saarlouis 25:31 (13:15)

Dormagen: Bartmann (8 Paraden), Jäger (31.-42., 0 Paraden); Bettin (11/3), Genz (3), Eisenkrätzer (2), Stutzke, Hampel, Doetsch (4), Kübler (4), Damm (1), P. Hüter, B. Marquardt, Feld, I. Hüter.

Saarlouis: Schulz (14 Paraden), Jonczyk (n.e.); Faulenbach (4), Leist (2), Meoki-Etxebeste (n.e.), Spiljak, Kessler (1), P. Walz (5), Murawski (3), Weißgerber, Müller (9/1), Schulz, Polydore (7), L. Walz.

Schiedsrichter: Kern/Kuschel.
Zuschauer: 1471.
Zeitstrafen: 4:6 Minuten.
Siebenmeter: 3/4:1/1 (Schulz hält gegen Bettin).
Spielfilm: 3:2, 6:6 (14.), 9:9, 9:12 (21.), 13:14, 13:15 - 13:16, 16:18, 18:18 (38.), 18:24 (45.), 20:27 (51.), 23:27 (54.), 23:30, 25:31.

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